Digitale Zukunft bei Intersport Austria

Digitale Infrastruktur | Interview
Dominik Angerer

Während im österreichischen Handel aufgrund der weltweiten Gesundheitskrise insgesamt rund 20 Prozent der Filialen geschlossen werden mussten, blieb die Zahl bei Intersport Austria mit über 250 Shops und 100 angeschlossenen Händlern konstant.

Trotz dieser schwierigen Marktsituation entwickelte sich Intersport Austria im aktuellen Geschäftsjahr sehr gut und verbucht mit einem Umsatz von 631 Mio. Euro ein 25% Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Intersport Austria ist somit absoluter Marktführer im Sportartikelhandel in Österreich.

Wir zeigen auf, wie das Unternehmen trotz Corona Krise wachsen konnte und was die digitale Infrastruktur damit zu tun hat.

Für Intersport gehört Digitalisierung zur DNA

Als 2020 die Corona Pandemie die Arbeitswelt veränderte, fehlten bei vielen Unternehmen Ressourcen, Knowhow und Struktur, um auch im Lockdown produktiv zusammenzuarbeiten. Nicht so bei Intersport Austria, wo bereits 2019 mit der Einführung von Microsoft Teams begonnen wurde und dadurch „pünktlich“ zur Pandemie für die virtuelle Kooperation aufgestellt war.

Was aussieht wie ein glücklicher Zufall, ist in Wirklichkeit das Ergebnis von mehr als 15 Jahren erfolgreicher digitaler Transformation. Für Intersport Austria war eine tragfähige digitale Infrastruktur von elementarer Bedeutung: Als Genossenschaft muss das Unternehmen den Austausch von Waren und Informationen für alle organisierten Händler koordinieren und dabei für effiziente Prozesse sorgen – ein hochkomplexer Vorgang, der ohne moderne Struktur undenkbar ist.

 

 

“Intersport an sich kann nicht ohne digitale Prozesse leben.”

Rainer Schiller, Application Manager | Intersport Austria

Bereits vor der Jahrtausendwende begann das Unternehmen verstärkt Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren.

Erste Schritte: Modernisierung und Erweiterung der SharePoint Umgebung

Mit zunehmendem Wachstum veränderten sich auch die Anforderungen an die Business Software, sodass Intersport Austria eine grundlegende Modernisierung von SharePoint plante.

SharePoint ist bei Intersport die Plattform, um größere Kernsysteme zu ergänzen und eine bessere nahtlose Integration der Systeme zu ermöglichen.
Dieses Projekt markiert den Beginn der Partnerschaft mit corner4. Mithilfe unserer hauseigenen Tools (den sog. c4.gadgets) konnten wir die Benutzerführung verbessern und Verwaltung von Akten, Teams und Mitarbeitern vereinfachen.

Reorder-Tool für Händler entsteht in 4 Monaten

Innerhalb des Unternehmens sind die einzelnen Intersport-Händler auf aktuelle Verkaufszahlen angewiesen, um fundierte Entscheidungen für die Nachbestellungen zu treffen. Fehlen Informationen über Verkaufsschlager und Ladenhüter sind Fehlbestellungen kaum vermeidbar. Lange war dafür eine Excel-Lösung im Einsatz, die einer der Händler in Eigenregie entwickelte. Für eine Weiterentwicklung war das Tool allerdings zu komplex, sodass das Team von corner4 und Intersport Austria gemeinsam in nur 4 Monaten eine neue Software entwickelten und in Betrieb nahmen.

„Das Reorder-Tool von Intersport visualisiert relevante Einzelhandels-Leistungskennzahlen in Kombination mit aktuellen Lager- und Auftragsdaten. Nicht nur Schwachstellen im Sortiment werden mit diesem Tool sehr effizient erkannt, es können auch umgehend Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden.
Ein Tool, welches für das operative Doing innerhalb laufender Verkaufssaisonen nicht mehr wegzudenken ist.

Jörg Stocker, Leitung Vertriebssysteme | Intersport Austria

Das Reorder-Tool gibt einen sofortigen, aktuellen und vollständigen Einblick in die Performance aller Produkte. Nun kann jeder Händler die Leistung einzelner Produkte identifizieren und seine Nachbestellungen entsprechend ausrichten, ohne sich dafür Einzeldaten im Warenwirtschaftssystem zusammensuchen zu müssen.

Digitale Sortimentsplanung für alle E-Commerce-Kanäle

Intersport Austria betreibt eine Reihe von Webshops, die unterschiedliche Waren anbieten. Die angebotenen Artikel sind in verschiedenen Lagern und Shops vorrätig, aus denen sie zum Kunden transportiert werden. Die zuständigen Kollegen sind daher auf vielfältige Informationen der Lager und Shops angewiesen. Mit dieser Problemstellung entwickelte corner4 für Intersport ein administratives Tool, dass sich die relevanten Daten aus allen Systemen zieht und dem Planungsmitarbeiter eine belastbare Disposition auf Basis aktueller Zahlen ermöglicht.

Mit großen Schritten und corner4 in die Cloud

Die nächsten Schritte führen Intersport Austria in die Cloud. Zentrale Stammdaten wurden bis dato in verschiedenen Systemen gepflegt und waren so nicht in vollem Umfang zentral abrufbar. Das mit corner4 entwickelte Mitglieder CRM soll die Lücken zwischen den Systemen schließen, Daten vereinheitlichen und sie synchronisiert allen Systemen zur Verfügung stellen.

„Die Azure Cloud bietet sich insbesondere für Anforderungen an hoch verfügbare Systeme an. Wir haben damit die Möglichkeit geschaffen Stammdaten unabhängig von der Verfügbarkeit der operativen Basissysteme zur Verfügung zu stellen.

Peter Bachl, Head of IT | Intersport Austria

Intersport Austria entwickelt die Architektur zur Datenbereitstellung sukzessive in eine hybride Infrastruktur und setzt dabei auch auf die Services von Microsoft Azure.

Intersport Austria zeigt: So gelingt Feedbackkultur in komplexen Organisationen

Kurze Wege und einfache Strukturen vereinfachen jeden Veränderungsprozess, aber Intersport legt ganz klar dar, wie ein erfolgreiches Change Management auch in komplexen und dezentralen Organisationen gelebt werden kann:

  • Feedback über Fachabteilungen
    Anwendungen für Händler werden von den Fachabteilungen geplant und verwaltet. Dadurch ist sichergestellt, dass die Funktionen zielgerecht die enge Zusammenarbeit mit den Händlern unterstützen. Die IT betreut die Anwendungen technisch im operativen Betrieb und erhält durch die Fachabteilungen Feedback zu deren Nutzung.
  • Neue Projekte als Chance
    Auch über die Einführung neuer Themen gewinnt die IT wertvolles Nutzerfeedback über die Fachabteilungen. Neue Projektideen werden mit der betreffenden Fachabteilung diskutiert, die Input gibt, Ideen konkretisiert und auf mögliche Probleme hinweist.
  • Wöchentliche Feedbackrunden mit Dienstleistern
    In den Projekten mit corner4 sichern wöchentliche Feedbackrunden mit allen Stakeholdern den erfolgreichen Projektverlauf. Auch in der Zusammenarbeit mit Partnern und Dienstleistern gehen Feedbackkultur und Changemanagement Hand in Hand.

„Das mag ich, dass du nicht mit einer Wand redest, sondern es mit echten Menschen zu tun hast, die Feedback geben und ein Gespür für laufende Prozesse und mögliche Optimierungen haben.“

Rainer Schiller, Application Manager | Intersport Austria

Fazit: Mut und Innovationsgeist zahlen sich aus

Intersport Austria hat bereits früh die Bedeutung der Digitalisierung für effiziente Prozesse und Wettbewerbsfähigkeit erkannt und mit Microsoft SharePoint eine mächtige Plattform geschaffen, auf der das Unternehmen bis heute aufbauen kann. Die Erfolgsgeschichte der Intersport Austria zeigt auch, dass digitale Transformation nicht immer einen kompletten Neuanfang bedeuten muss. Zusammen mit corner4 hat der bekannte Sportartikelhändler die Systemlandschaft sukzessive um Tools erweitert und bedarfsweise Schnittstellen geschaffen, die den Datenaustausch automatisieren. Erfolgreiche digitale Transformation setzt bei dem vorhandenen System und Prozessen an. Entscheidend ist nicht das Ausgangssystem, sondern eine gemeinsame Vision und ein starkes Team, das den geplanten Wandel sinnvoll gestaltet.

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Dominik Angerer
Dominik Angerer

Dominik Angerer ist seit Anfang 2022 vertrieblich für corner4 im Einsatz. Davor hat Dominik corner4 Kunden als Consultant von der Konzeption bis zur Umsetzung durch Projekte begleitet. Mit dem Prozess im Sinn begeistert er Sie im Bereich Solution Sales.

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