AS/400 (IBM i) – wie die 80er modernisiert werden
Viele Unternehmen vertrauen heute noch auf Systeme, deren Wurzeln in den 1980er-Jahren liegen. Was damals als AS/400 (heute: IBM i) die IT-Welt revolutionierte und zum Stützpfeiler der Unternehmensinformatik wurde, bildet bei vielen Mittelständlern sowie großen Playern wie Hermes Europe oder EPAM Systems bis heute das Rückgrat der Prozesse. Doch im Jahr 2026 stößt die in die Jahre gekommene Technologie zunehmend an kritische Grenzen.
Der klassische „Green Screen“ ist längst nicht mehr nur ein ästhetisches Manko. In Zeiten des Fachkräftemangels finden sich kaum noch junge Talente, die auf veralteten 5250-Terminals arbeiten wollen oder es überhaupt noch können. Modernisierung ist hier längst eine Frage des Employer Brandings.
Parallel dazu verschärft sich die Sicherheitslage: Während das Kernsystem als stabil gilt, werden unzureichend gesicherte Schnittstellen (APIs) zu gefährlichen Einfallstoren für Ransomware-Attacken.
In diesem Artikel skizziere ich den Weg zu einer proaktiven Modernisierung Ihrer IT-Infrastruktur. Als Experte mit jahrzehntelanger Erfahrung zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre AS/400-Systeme zukunftssicher machen, welche strategischen Hürden Sie nehmen müssen und mit welchen Tipps Ihr Modernisierungsprojekt zum Erfolg wird.
TL;DR: AS/400 Modernisierung auf den Punkt gebracht
Keine Zeit für den ganzen Artikel? Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse für IT-Entscheider:
- Status Quo 2026: Veraltete „Green Screens“ (5250-Terminals) sind ein Risiko für das Employer Branding und die Sicherheit (API-Lücken).
- Der pragmatische Weg: Statt eines riskanten Komplett-Neubaus empfiehlt sich eine schrittweise Modernisierung. Zuerst wird die Oberfläche modernisiert, während die stabile IBM DB2-Datenbank erhalten bleibt.
- Die größte Hürde: Monolithische RPG-Logik. Lösung: Eine thematische Entflechtung in handhabbare Module (z. B. Einkauf, FIBU).
- Die INDIV-Lösung: Individualsoftware schließt die Lücke, wo Standardprodukte versagen, und sichert volle Kostenkontrolle ohne Lizenz-Diktat.
- Strategischer Vorteil: Modernisierte Systeme machen Sie unabhängig vom aussterbenden Markt für RPG-Spezialisten und öffnen die IT für junge Talente.
Die Bedeutung der Datenbankerhaltung
Im Hinblick auf die Modernisierung eines AS/400-Systems hat sich in der Praxis der folgende Ansatz bewährt: Die Oberfläche wird zuerst auf den neuesten Stand gebracht. Das hat einen klaren Vorteil: Benutzer erhalten sofort eine zeitgemäße Benutzeroberfläche, während die Datenbank, in unserem Fall IBM DB2, erhalten bleibt. Wir müssen also nicht alles über Bord werfen.
Stattdessen erfolgt die Modernisierung schrittweise, und Teile des Systems werden allmählich online gestellt, sodass etwa der Kundenstamm über die neue Oberfläche verwaltet werden kann, während Produkte weiterhin über die alte Benutzeroberfläche erreichbar sind.
Meine Erfahrung: Durch diesen Parallelbetrieb wird ein durchgängig funktionierendes System gewährleistet, während ein fließender Wechsel zwischen alter und neuer Oberfläche wertvolle Zeit spart.
Hürden bei der AS/400-Transformation: Wie bändigt man ein gewachsenes System?
Eine Modernisierung scheitert selten an der Hardware, sondern meist an der über Jahrzehnte gewachsenen Komplexität der Software-Architektur. Doch wie geht man mit monolithischen Strukturen und Sicherheitsrisiken um, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden? Im Folgenden zeige ich Ihnen drei kritische Herausforderungen und zeige Ihnen, wie Sie diese pragmatisch lösen.
Herausforderung 1: Monolithische RPG-Logik statt modularer Flexibilität
Die größte Hürde ist oft die über Jahrzehnte gewachsene monolithische RPG-Logik. Diese Systeme agieren meist als ein riesiger, untrennbarer Block ohne klare Schnittstellen. Wer hier versucht, den direkten Sprung in eine hochkomplexe, service-orientierte Architektur zu wagen, landet faktisch bei einem kompletten Neubau – was wirtschaftlich selten sinnvoll ist.
Mein Tipp: Setzen Sie auf eine thematische Entflechtung. Brechen Sie den Monolithen in logische, handhabbare Einheiten auf, etwa getrennte Blöcke für Einkauf, Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung. Erst diese Struktur ermöglicht eine saubere Datenmigration und den Einsatz spezialisierter Tools für einen reibungslosen Übergang.
Herausforderung 2: Datenintegrität und Sicherheit
Die Daten aus dem AS/400-System müssen zu jedem Zeitpunkt vertraulich bleiben und vor unbefugten Zugriffen geschützt werden. Schützen Sie Ihre Datenintegrität, indem Sie konsequent moderne Verschlüsselungstechnologien und präzise Zugriffsbeschränkungen implementieren.
Herausforderung 3: Datenvolumen und Leistung
Das Datenvolumen wirkt sich stark auf die Leistung des Systems aus. Optimieren Sie Ihre Datenbankstruktur: Mit modernen Technologien speichern Sie selbst riesige Datenmengen effizient.
Meine Erfahrung: Die Modernisierung eines AS/400-Systems birgt zahlreiche Vorteile, insbesondere dank des schrittweisen Ansatzes und der möglichen Beibehaltung der Datenbank. Die Herausforderungen, die sich dabei stellen, können mit einer gründlichen Datenanalyse, spezialisierten Migrationstools, Sicherheitsmaßnahmen, Verschlüsselungstechnologien, Datenbankoptimierung und modernen Datenbanktechnologien bewältigt werden. Eine sorgfältige Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen AS/400-Modernisierung.
Warum ist die schrittweise Modernisierung der AS/400 der sicherste Weg zum Erfolg?
Angesichts der beschriebenen Herausforderungen eines Wechsels vom AS400-System bietet eine schrittweise Umstellung auf eine moderne Technologie folgende Vorteile:
- Risikominimierung: Durch eine schrittweise Einführung lassen sich mögliche Probleme frühzeitig erkennen und beheben, um so einen reibungslosen Übergang zur neuen Lösung zu gewährleisten.
- Akzeptanzsteigerung: Mit der schrittweisen Einführung haben Mitarbeiter die Gelegenheit, sich an die neue Benutzeroberfläche zu gewöhnen und Teilbereiche nacheinander zu erkunden. Adressieren Sie Einwände Ihrer Teams direkt durch gezielte Schulungen. So verwandeln Sie Skepsis in echte Akzeptanz für das neue System.
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Wenn während der Umsetzung neue Anforderungen auftreten, können diese mit einer schrittweisen Implementierung einfacher durch neue Funktionen abgebildet werden.
- Kosteneffizienz: Die schrittweise Modernisierung verteilt die Kosten über einen längeren Zeitraum und ermöglicht so eine genaue Budgetplanung und einen gezielten Ressourceneinsatz.
- Nutzung von mobilen Apps und modernen Browsern: Die schrittweise Modernisierung eröffnet die Tür zur Integration fortschrittlicher Technologien wie mobilen Apps und modernen Browser und steigert so die Nutzbarkeit und Erreichbarkeit des neuen Systems.
Meine Beobachtung: Ein heute kritischer Faktor ist der akute Fachkräftemangel. Es finden sich kaum noch Experten am Markt, die die alte 5250-Welt und RPG-Logik im Detail beherrschen. Unternehmen sind gezwungen, teure Eigenkapazitäten mühsam aufzubauen – oft mit dem hohen Risiko, dass diese Talente nach kurzer Zeit wieder abwandern.
In der Praxis sehen wir dies häufig im Bankensektor: Hier werden astronomische Summen gezahlt, um Fachkräfte für zehn Jahre oder länger an das Unternehmen zu binden, nur um den Betrieb der Altsysteme zu sichern. Eine schrittweise Modernisierung auf gängige Standards bricht diese Abhängigkeit auf und macht Sie als Arbeitgeber wieder für den breiten Talentmarkt attraktiv.
Wie meistern INDIVs die spezifischen Herausforderungen Ihrer AS/400-Modernisierung?
Bei der Modernisierung von AS/400-Systemen stehen Unternehmen oft vor einem Problem: Standardprodukte decken spezifische Anforderungen (z.B. Architektur, API, Logik) nicht ausreichend ab. Abhilfe schafft hier die Entwicklung von Individualsoftware (INDIVs). Diese bietet unter anderem folgende Vorteile:
- Anpassung an spezifische Bedürfnisse:
Durch die individuelle Entwicklung lässt sich der AS/400-Nachfolger exakt an die Anforderungen des Unternehmens anpassen.
- Längere Lebensdauer:
Maßgeschneiderte Software kann über einen längeren Zeitraum genutzt werden, da sie nicht von den Aktualisierungen oder Einstellungen von Standardprodukten abhängig ist.
- Skalierbarkeit:
Eine Individuallösung lässt sich dauerhaft erweitern und verbessern und sich so an wachsende Anforderungen des Unternehmens anpassen.
- Kostenkontrolle:
Während für Standardprodukte häufig monatliche oder jährliche Lizenzkosten anfallen, verfügen Unternehmen mit einer Individualentwicklung über volle Kontrolle der Entwicklung, Wartung, Lizenzkosten und den Quellcode der Software.
- Integration:
Maßgeschneiderte Lösungen lassen sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur integrieren und erleichtern so einen reibungslosen Übergang.
- Schrittweise Umsetzung:
Eine inkrementelle Umsetzung über mehrere Monate oder sogar Jahre ermöglicht eine Parallelnutzung von altem AS/400-System und der neuen Oberfläche. Dies reduziert auch den Schulungsaufwand, da Mitarbeiter, die mit dem alten System vertraut sind, sich nicht mehr zur Umstellung zwingen müssen, während diejenigen, die mit den neuen Technologien aufwachsen, bereits auf dem neuesten Stand sind.
Der erste Schritt: Oberfläche modernisieren
Die Oberfläche ist das, was die Benutzer zuerst sehen und berühren und daher ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Modernisierung eines AS/400-Systems:
- Benutzerfreundlichkeit: Durch die Integration von Maussteuerung, modernen Farben, Webfähigkeit und die Implementierung von Funktionen wie Drag-and-drop wird die Benutzeroberfläche benutzerfreundlicher und intuitiver gestaltet.
- Mobilfähigkeit: Eine mobile Lösung ermöglicht es den Benutzern, von überall aus auf die Anwendung zuzugreifen und Daten ortsunabhängig zu erfassen.
- Nutzerzentriertes Design: Damit die neue Oberfläche effektiv genutzt werden kann, sollten Nutzer bereits in die Entwicklung einbezogen werden, um ihre Bedürfnisse bestmöglich abzubilden und Reibungspunkte zu minimieren.
- Schrittweise Modernisierung: Mit einer schrittweisen Modernisierung können Unternehmen alte und neue Benutzeroberflächen für verschiedene Bereiche parallel laufen lassen, um das Risiko durch die Einführung neuer Technologien zu minimieren und einen erfolgreichen Abschluss der Modernisierung zu gewährleisten.
Wie gelingt der Umstieg in der Praxis? 5 Tipps für Ihre AS/400-Modernisierung
Theorie ist gut, doch die Praxis an gewachsenen ERP-Systemen folgt eigenen Gesetzen. Damit Ihr Projekt nicht an der Komplexität des „operativen Herzstücks“ scheitert, sollten Sie diese fünf erprobten Praxistipps berücksichtigen, um den Weg von der Analyse bis zum Risikomanagement sicher zu gehen.
- Umfassende Analyse durchführen:
Bevor Sie mit der Modernisierung beginnen, ist eine gründliche Analyse unerlässlich. Klären Sie, welche Funktionalitäten noch aktiv genutzt werden und identifizieren Sie, was möglicherweise nicht mehr benötigt wird. Dies ermöglicht eine effiziente Bereinigung.
- Strukturierter Modernisierungsplan:
Erarbeiten Sie auf Basis der mit den betroffenen Fachabteilungen ermittelten Anforderungen einen Modernisierungsplan und priorisieren Sie so Lösungen für die dringendsten Herausforderungen.
- Beachten von Abhängigkeiten:
Berücksichtigen Sie relevante Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Funktionen, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. So erfordert die Umstellung der Rechnungslegung möglicherweise die Erstellung bestimmter Benutzeroberflächen oder Eingabemasken.
- Priorisierung von Painpoints:
Die Reihenfolge bei den Umstellungen sollte sich an den im AS400-System identifizierten Probleme und ihrer Bedeutung ausrichten.
- Risikomanagement:
Überwachen Sie in der Übergangsphase beide Systeme möglichst lückenlos, um mögliche Risiken zu identifizieren und früh einen Prozess zur kontinuierlichen Verbesserung des Systems anzustoßen.
Meine Erfahrung: Wir bewegen uns hier fast nie im Bereich isolierter Funktionen. Bei Systemen, die seit Jahrzehnten auf der AS/400 wachsen, geht es fast immer um das operative Herzstück: komplexe ERP- und Warenwirtschaftssysteme. Da von der Personalverrechnung bis zum Reklamationsmanagement so gut wie alle wesentlichen Prozesse tief im System verwurzelt sind, handelt es sich bei der Modernisierung immer um ein umfangreiches strategisches Gesamtprojekt.
Fazit: Die Modernisierung Ihres AS/400-Systems ist Ihr sicherster Weg in die digitale Zukunft
Angesichts der steigenden Anforderungen der Digitalisierung und des globalen Wettbewerbs ist die Modernisierung von AS/400-Systemen ein entscheidender Schritt, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu sichern.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie wir Ihnen bei der Modernisierung Ihrer AS/400-Systeme behilflich sein können? Zögern Sie nicht, uns noch heute zu kontaktieren, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen. Gemeinsam entwickeln wir eine maßgeschneiderte Lösung, die Ihren individuellen Bedürfnissen gerecht wird.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur AS/400 (IBM i) Modernisierung
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- Warum sollte ich meine AS/400 modernisieren, wenn sie stabil läuft?
Obwohl das Kernsystem (IBM i) extrem stabil ist, birgt das Festhalten an der 80er-Jahre-Technologie heute drei Hauptrisiken: Fachkräftemangel (kaum jemand beherrscht noch RPG/5250), Sicherheitslücken bei fehlenden modernen Schnittstellen und mangelnde Agilität bei der Anbindung mobiler Apps oder Cloud-Services. - Was ist der Vorteil einer schrittweisen Modernisierung gegenüber einem Systemwechsel?
Ein kompletter Systemwechsel („Big Bang“) ist teuer und riskant. Bei der schrittweisen Modernisierung (z. B. mit INDIV) wird zuerst die Benutzeroberfläche modernisiert. So profitieren Anwender sofort von moderner Usability, während die wertvolle Geschäftslogik und die DB2-Datenbank im Hintergrund sicher weiterlaufen und sukzessive entflochten werden.
- Warum sollte ich meine AS/400 modernisieren, wenn sie stabil läuft?
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- Wie gehe ich mit gewachsener, monolithischer RPG-Logik um?
Der Schlüssel liegt in der thematischen Entflechtung. Statt den gesamten Code-Block auf einmal zu ersetzen, bricht man ihn in logische Einheiten (Module für Logistik, Rechnungswesen etc.) auf. Dies ermöglicht eine saubere Datenmigration und erlaubt den Einsatz moderner Microservices, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
- Wie gehe ich mit gewachsener, monolithischer RPG-Logik um?
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- Welche Rolle spielt Individualsoftware (INDIV) bei der Modernisierung?
Standardsoftware scheitert oft an den hochspezifischen Prozessen, die über Jahrzehnte in AS/400-Systemen gewachsen sind. Individualsoftware bietet hier passgenaue Schnittstellen (APIs), volle Skalierbarkeit und – besonders wichtig – die vollständige Kontrolle über den Quellcode und die Lizenzkosten. - Wie verbessert die Modernisierung mein Employer Branding?
Junge IT-Talente und Absolventen arbeiten mit modernen Web-Technologien, Browsern und mobilen Lösungen. Durch die Ablösung der „Green Screens“ durch moderne, intuitive Oberflächen wird die Arbeit am System wieder attraktiv, und die Abhängigkeit von extrem teuren (externen) Legacy-Spezialisten sinkt.
- Welche Rolle spielt Individualsoftware (INDIV) bei der Modernisierung?
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